Schweizer Zinn

Was eine halbe Ewigkeit die Basis des Kunsthandwerks war, weicht mehr und mehr Materiealien, die preisgünstiger, schneller und einfacher verfügbar sind. So geht verloren, was zum Teil Jahrhunderte lang Menschen Freude gemacht hat. Die Arbeit mit Zinn gehört zu diesen Fertigkeiten, die aus dem Alltag vollends verschwunden ist und im Markt des Kunsthandwerks nur noch eine Nische besetzt. Zinnsoldaten sind kein Kinderspielzeug mehr, sondern wohlgehütete Sammlerobjekte in gläsernen Vitrinen. Schön, dass es Manufakturen gibt, die sich dem mit Passion und Geschick entgegenstemmen.
Die Zinnmanufaktur Wilhelm Schweizer in Diessen am Ammersee blickt auf eine beeindruckende Tradition zurück: Die namengebende Familie ist seit 1796 dem Handwerk mit dem Material verbunden, das schon immer für eine bürgerliche Alternative zum teuren Silber und billigen Blech war. Lebensmitteltauglich, vollständig recyclebar und zugleich eine Herausforderung für das Kunsthandwerk. Heute stellt die Manufaktur so wunderschöne Dekoration her, dass sich viele Menschen erstaunt die Augen reiben und dieses Kunsthandwerk für sich (wieder-)entdecken.

In prächtigen Farben kommen Krippenfiguren, Weihnachtsmänner, Engel und Christbäume. Außerdem Osterhasen, die detailgetreu den verschiedensten Tätigkeiten nachgehen, wenn sie etwa Krokusse pflücken, fleißig Eier bemalen, in einem Boot diese Eier und Blumen über den See rudern oder mit anderen österlichen Vorbereitungen beschäftigt sind. Die Figuren sind immer dreidimensional, als Relief zum Aufhängen oder als Standfigur zum Arrangieren auf dem Tisch oder im Regal. Und sie sind eine Anschaffung fürs Leben, weil sie ihrer filigranen Erscheinung wie zum Trotz auch einen Sturz von der Christbaumspitze unbeschadet überstehen.
Schweizer Zinn

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